Die Vision von „CiBo Deutschland”: Grenzenlos einfach und digital

Deutschlandticket: Einfachheit als Erfolgsfaktor

Das Deutschlandticket beweist: Einfachheit ist der Schlüssel zum Erfolg im ÖPNV. Bereits knapp 14 Millionen Menschen nutzen es, über 20 Millionen haben es seit Einführung mindestens einmal gekauft. Doch vor allem Bestandskunden profitieren, während 30 Mio. Gelegenheitsnutzer*innen weiterhin mit komplizierten Tarifstrukturen konfrontiert sind. Dabei gibt es auch für diese Zielgruppe eine Lösung: In/Out-Ticketing-System macht den Ticketkauf noch einfacher und schafft niedrigschwellige Zugänge für Kunden. Erkenntnisse über Reiseketten werden “nebenbei” generiert, wertvoll für Planung oder Einnahmenaufteilung.

Ein deutschlandweites In/Out-Ticketing-System ist ein entscheidender Hebel für die langfristige Attraktivität des ÖPNV und die Zukunft des Deutschlandtickets. Durch die Verbindung von Flatrate und nutzungsbasierten Angeboten (Pay-as-you-go) kann ein einheitlicher, digitaler Zugang für alle geschaffen werden.

Vorteile für Fahrgäste

  • Einfachheit: Ein »Swipe« auf dem Smartphone oder ein »Tap-in« reicht, um deutschlandweit den ÖPNV zu nutzen
  • Transparenz & Fairness: Automatische Preisberechnung basierend auf der tatsächlichen Nutzung – nie mehr Tarifzonen oder Tabellen studieren
  • Flexibilität: Kein Abo-Zwang, sondern eine nutzungsbasierte Abrechnung
  • Sicherheit: Dynamische Preisobergrenzen können Anreize setzen und die Kostenkontrolle verbessern; ein Preisdeckel (cappingbasierter Ansatz) erzeugt Preisvertrauen.

Nutzen für Verkehrsverbünde, Verkehrsunternehmen und Politik

  • Einfache Umsetzung: Technisch bereits erprobt und erfolgreich in mehreren Regionen eingeführt (z. B. eezy.nrw, CiCoBW)
  • Effizienzsteigerung und Kostensenkung: Reduzierung von Bar- und Einzelfahrkartenverkäufen, Reduktion physischer Verkaufsinfrastruktur und Hardware, geringerer Verwaltungsaufwand
  • Planungssicherheit: Anonymisierte Mobilitätsdaten ermöglichen eine bessere Verkehrsplanung und eine gerechtere Einnahmenaufteilung
  • Integration mit dem Deutschlandticket: In/Out-Ticketing-System kann als sinnvolle Ergänzung dienen und das Ticketangebot für alle Fahrgäste verbessern 

Zusätzliche Ertragspotenziale heben durch digitalen Tarif

Einfach und leistungsgerecht ist ein digitaler Tarif auf Basis der Luftlinie gestaltbar. Auf Verbundebene sind Digitaltarife bereits vielerorts erfolgreich umgesetzt. NRW verdeutlicht das Potenzial einer landesweiten Umsetzung und die damit verbundene hohe Nachfrage seitens der Fahrgäste. Deutschlandweit ließen sich mit einheitlicher Tariflogik, aber regional differenzierten/orientierten Preisparametern[1] so erhebliche Erlöspotenziale heben. Das Potenzial zur Neukundengewinnung unterstreichen FAIRTIQ-Kundenbefragungen: Rund 45 % der Neukund*innen haben den öffentlichen Verkehr zuvor nie oder nahezu nie genutzt.

Marktorganisation und Umsetzung

Die Erfahrungen aus Deutschland und dem Ausland (Dänemark, Schweiz) zeigen, dass ein wettbewerblich organisiertes Lizenzmodell sinnvoll ist. Dies ermöglicht verschiedene Anbieter im Markt, sorgt für Innovation und verhindert Monopolstrukturen. Ein offenes Lizenzverfahren mit einheitlichen technischen Standards und Vergütungsregeln schafft Planungssicherheit, ermöglicht ein koordiniertes, für definierte Räume einheitliches Kundenmanagement und sichert die Qualität der Systeme.

Fazit: Ein notwendiger Schritt in die Zukunft

Ein deutschlandweites In/Out-Ticketing-System ist mehr als eine komfortable Alternative: Es ist ein entscheidender Hebel für die langfristige Attraktivität des ÖPNV und die Zukunft des Deutschlandtickets. Durch die Verbindung von Abo- und nutzungsbasierten Angeboten kann ein einheitlicher, digitaler Zugang für alle geschaffen werden. Jetzt ist die Gelegenheit, die Mobilität in Deutschland einfacher, flexibler und kundenfreundlicher zu gestalten.

 

Das vorliegende Positionspapier zum »Deutschlandticket light« wurde von der mobilité Unternehmensberatung und FAIRTIQ gemeinsam konzipiert und mit Feedback weiterer Expert*innen weiterentwickelt. Auf Basis ihrer langjährigen Erfahrungen – mobilité u. a. als Pioniere digitaler Tarife und Erfinder des Luftlinien-eTarifs und FAIRTIQ als Marktführer für Check-in/ Be-out-Apps in Europa – zeichnen beide Unternehmen ein Zukunftsbild zur maximalen Vereinfachung der Tarif- und Vertriebswelt im ÖPNV. Gleichzeitig zeigen sie konkrete Wege auf, wie diese Vision in gar nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden kann. mobilité und FAIRTIQ wenden sich mit diesem Positionspapier als Initiatoren und Impulsgeber an die zentralen Stakeholder im ÖPNV (Politik, Verbünde, Verkehrsunternehmen), um aufzuzeigen, wie sich der Markt technologieoffen und unternehmensneutral im regulierten Wettbewerb entwickeln kann.

Unser ausführlicheres Konzeptpapier senden wir gerne per E-Mail zu. Melden Sie sich dazu bei Christina Plotz (christina.plotz@mobilite.de), Bianka Bönig (bianka.boenig@mobilite.de) oder Dr. Hendrik Koch (hendrik.koch@mobilite.de).

 

 [1] eine Fahrt in einer süddeutschen Großstadt hat ein anderes Preisniveau als in einer ländlichen Region im Norden heute, das wird in den Preisparametern weiterhin beibehalten.

[2] Potenzial in Höhe von 3-8% ggü. Status quo realisierbar auf Basis von Erfahrungswerten auf bestehenden Digitaltarifen in Deutschland

06. November 2026